Dienstag, 26. Oktober 2010

selbsterkenntnisss



es hilft nichts: ich bin ein öko.

hätte ich mir früher nicht träumen lassen. damals hast du den müslis ihre gesinnung ja auch noch auf mindestens 100 meter entfernung angesehen: verfilzte, lange haare, latzhose, braune finger von den selbstgedrehten, nickelbrille, birkenstockpantoletten und den jutebeutel am langen arm, aus dem völlig vertrocknete lauchstangen herausglotzten.

sorry, muss einhalten jetzt, der einkauf im bioladen will erledigt sein. und zum wertstoffhof muss ich auch noch.

Dienstag, 19. Oktober 2010

reisezzziele



haben uns gestern darüber unterhalten, wo wir hinfahren würden, hätten wir sechs wochen urlaub. mit der transsibirischen eisenbahn durch russland, meinte meine liebste, wie aus der pistole geschossen.

ich dachte: russland? eisenbahn? tagelang im zug sitzen, aus dem fenster schauen, direkt ins elend? russland ist doch dieses land, in dem immer winter oder wenigstens useligkaltgraufeuchternieselnebel herbst ist. ich habe noch nie bilder aus moskau, st. petersburg oder irkutsk gesehen, die im sommer geschossen wurden. und auch keine filme, auf denen kinder unter einem apfelbaum spielen oder auf einer leuchtendgrünen wiese blümchen pflücken. keine farben, alles schwarzweiß...

ich hätte ja auch keine lust, sechs wochen lang am gleichen strand am gleichen meer zu liegen. mir wäre aber mehr nach wärme, licht, farben, wohlgerüchen, lachen. südfrankreich vielleicht?

Dienstag, 12. Oktober 2010

Mittwoch, 6. Oktober 2010

alles gute, kleiner hase!



ich bin ja kein freund von süßkram. überhaupt nicht. nach dem kuchen, den wir gestern abernd für lilis geburtstag heute gebacken haben, weiß ich auch mal wieder, warum.
chocolate fudge cake with frosting on top: zucker, butter, schokolade. ach ja: und natürlich zucker, butter, schokolade. und mit extra cremigem sodbrennen.
aber schließlich hab' ja auch nicht ich geburtstag, oder?

Freitag, 24. September 2010

meine oma

ich kann mich noch gut daran erinnern, wie gern ich als kind bei meiner oma war. damals wohnten sie und mein opa in einem uralten mehrfamilienhaus im ersten stock. den erreichte man über eine knarzende, immer blank gewienerte holztreppe. die wohnung meiner großeltern roch immer gleich, und das war ein guter geruch, halt gebend irgendwie.

für meinen bruder und mich gab es nichts schöneres, als dort zu übernachten. ich weiß noch gut, wie sehr ich mich abends immer wieder darüber wunderte, wie lang die haare meiner oma doch waren, wenn sie uns gut zudeckte und uns einen gute-nacht-kuss gab: tagsüber trug sie ihre schwarzen haare zu einem dutt gedreht, zum schlafen ließ sie sie fallen. vor dem einschlafen hörte ich immer das unglaublich laute ticken des weckers aus dem schlafzimmer meiner großeltern, beruhigend und beunruhigend zugleich.

ein klo oder gar ein badezimmer gab es in der wohnung nicht. zum pinkeln mussten wir immer in den keller, wo es drei einfache klos mit dünnen holzwänden dazwischen gab und wo es immer nach schmierseife roch. abends verkniff ich mir oft den gang in den keller. auch, weil es an der tür der hauswirtin vorbei ging. eine resolute frau, mit verkniffenem gesicht und scharfer stimme, vor der wir einen heidenrespekt hatten. und die immer gummischuhe und eine blaue kittelschürze trug, aus der ihre vom dauerputzen krebsroten unterarme herausragten.

am sonntag wird meine oma 100. und ich freue mich sehr, sie dann endlich wieder zu sehen und in den arm zu nehmen. meine oma.

Dienstag, 21. September 2010